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„Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid ...“ - Die Kirche und die Asylanten

Posted on October 22 2014

Immer mehr asylsuchende Kinder, Frauen und Männer drängen in dieses Land. Unser Land gehört zu den EU-Ländern, die bisher mehr Asylsuchenden aufgenommen haben, als die Mehrzahl der EU-Länder. Aber dies ist ein anderes Kapitel.

http://www.proasyl.de/fileadmin/fm-dam/g_Archiv/Eurostat_PM_24.3.2014.pdf

In der Bevölkerung herrscht die Meinung: Das Boot ist voll; es platzt aus allen Nähten. Ist das wirklich so? Jetzt schon? Mir geht dabei durch den Kopf, wie die Kirchen mit diesem Thema umgehen. Und so kommt mir immer wieder jener Bibelvers in den Hinterkopf, der im Matthäus-Evangelium 11, Vers 28 zu finden ist: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will Euch erquicken.“ Jörg Zink übersetzt dieses Bibelwort: „Kommt her zu mir, die ihr müde seid und ermattet von übermäßiger Last! Aufatmen sollt ihr und frei sein.“

http://www.erf.de/radio/erf-plus/mediathek/wort-zum-tag/matthaeus-11-28/73-3037

Was bedeutet dies in der Praxis? Was bedeutet das in der Praxis der Christen und für den Überbau, die Heimat dieser Christen, die Kirchen sowohl als Institution, als auch als Bodenpersonal Jesu Christi? Nach meinem Verständnis kann das nur heißen: Die Kirchen und die Christen sind an erster Stelle gefordert, Asyl zu gewähren. Haben wir irgendwo im Internet oder in der Zeitung etwas von einem solchen Engagement gelesen, das diesen Asylsuchenden praktisch hilft? Engagement dahingehend, dass ihnen Unterkünfte seitens der Kirchen zur Verfügung gestellt werden? Ich bis heute noch nicht. Aber: Gibt es gar keine Möglichkeiten für die Kirchen und ihre Vertreter, diese Unterkünfte bereitzustellen? Ich meine ganz entschieden JA!

Warum legt man nicht Gemeindehäuser, katholische und evangelische oder zwei katholische oder zwei evangelische oder Gemeindehäuser für verschiedene Konfessionen zusammen? Warum füllt man diese Gemeindehäuser nicht mit regem Gemeindeleben durch kluge Terminplanung und überlegt sich dann, welches Gemeindehaus für Asylsuchende eingerichtet werden kann. Toiletten sind vorhanden, Räumlichkeiten sind vorhanden, Waschbecken sind vorhanden und in den meisten Gemeindehäusern auch Küchen. Also, was spricht gegen die Bereitstellung von wenig genutzten Gemeindehäusern?

Wie viele Kirchen verzeichnen immer weniger Besuche? Was spricht dagegen, in ähnlicher Weise eine Kirche oder auch zwei Kirchen für schutz- und hilfesuchende Menschen umzubauen. Damit wäre auch vielen Obdachlosen geholfen. Rigips-Zwischenwände mit Türen einziehen, damit die Intimität der einzelnen Menschen oder der Familie gewahrt wird. Und die Gläubigen, die diese Kirchen besuchen, könnten ins Portemonnaie greifen, Container mieten, in denen Sanitäranlagen installiert sind. Und diese Container stünden dann auf den Parkplätzen vor den Kirchen. Und wie beispielhaft wäre es, wenn die Kirchenbesucher der Reihe nach „ihre Asylanten“ bekochen, ihnen Brot und warme Mahlzeiten geben und sonntags Kuchen backen? Das wäre doch eine Aufgabe im Sinne Jesu Christi, der anfügte: „Ich will Euch erquicken.“ Das Engagement der Kirchen fehlt also bisher.

Wie steht es um das Engagement der Kirchenfürsten? Man hört fromme Worte, dass wir uns um diese verfolgten Menschen kümmern, dass wir ihnen eine Herberge bieten müssen. Aber was macht jeder einzelne Kirchenfürst persönlich?

Für Millionenbeträge, man liest von 30 bis 60 Mio., wurden Bischofsresidenzen renoviert, umgebaut, erweitert. Riesige Protz-Paläste entstanden und entstehen mit Konferenzzimmern, Gästezimmern, mit teuren Bädern, Küchen und allem drum und dran. Weshalb sagt der Bischof nicht: Ich will vorleben, dass ich einer unter den Armen bin. Ich begnüge mich mit zwei Zimmern und einem Konferenzzimmern für die diversen Sitzungen. Und die vielen nicht mehr genutzten Zimmer sind Herberge für Asylsuchende. Und nicht zuletzt könnten die Kirchenfürsten die milliardenschweren Reichtümer antasten und Gelder für diese Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Sie könnten mit diesen Geldern die Kinder beschulen, ihnen Deutschunterricht ermöglichen. Die Möglichkeiten der Hilfe bei der Integration dieser Hilfesuchenden sind endlos lang. Wann also beenden die Kirchenhäupter und -oberhäupter ihre Schwafeleien und fangen endlich an, den Auftrag Jesu Christi umzusetzen, der da lautet: „Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid, ich will Euch erquicken.“?

Ach ja: Hat nicht mancher Pfarrer ein eigenes Häuschen, vielleicht sogar mit Einliegerwohnung? Kann er davon nicht ein bis zwei Zimmer ... ?

http://www.deutschlandradiokultur.de/ausgebucht-maria-josef-und-die-herbergsleute.1124.de.html?dram:article_id=176920

Asylsuchende, Asylanten, Kirche, Pfarrer, Bischofsresidenz,

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