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Was bringt die Zukunft? – Ehemalige Heimkinder und der Opferfonds von Bund, Ländern und Kirchen

Posted on November 7 2014

Seit einigen Jahren gibt es diesen Opferfonds, der zunächst mit 120 Millionen Euro anteilig von Bund, Ländern und Kirchen ausgestattet wurde. Jetzt soll nachgelegt werden.

Immer mehr Opfer stellen Anträge auf Bargeldleistung aus diesem Fonds. Waren es zunächst 2 % der noch lebenden Opfer, steigt die Zahl nun sprunghaft an. Bekanntlich ist am 31. Dezember dieses Jahres Anmeldeschluss für irgendwelche Forderungen.

Ausgezahlt werden Beträge zwischen 2500 und 10.000 Euro. Wobei jene Opfer, die einen energischen Beistand haben, der sich nicht scheut, sich mit den Anlaufstellen anzulegen, besser abschneiden als der Durchschnitt. Hier sind die Aktivitäten von Erich Kronschnabel hervorzuheben, der sich für Opfer, die sich an ihn wenden, stark macht. Hier sein Blog:

http://ekronschnabel.wordpress.com

Sicher nicht wenige Opfer waren und sind gezwungen, Bargeldleistungen zu beantragen. Es gibt verschiedene Gründe hierfür: Altersarmut, Überschuldung, Wunsch zur Neueinrichtung der Wohnung, Wunsch nach einem neuen Fahrzeug, Anschaffung eines PCs. Alles nachvollziehbare Gründe. Immerhin wurden sie größtenteils schlecht ausgebildet und fanden nicht alle eine Arbeit, die eine lebenswerte Rente finanziert.

Irgendwann ist das Geld aufgebraucht. Was passiert dann? Weitere Beihilfen soll es wohl nicht geben; - Wer hat, kriegt nichts mehr.

Und dieser Gedanke treibt mich um. Irgendwann werden diese Geldempfänger alt mit allen dazugehörenden Gebrechen. Sie sind auf Hilfe angewiesen und vielleicht auch einmal auf Pflege. Glück hat der, der eine Familie um sich weiß, die bereit ist, zusätzliche Hilfen anzubieten. Glücklich der, der noch einen Ehepartner hat, der die Rolle als Helfer und vielleicht Pfleger übernimmt.

Für Pflegeleistungen in häuslicher Pflege gibt es bei der Pflegestufe 1: 450 Euro mtl.

Für Pflegeleistungen in häuslicher Pflege gibt es bei der Pflegestufe 2: 1100 Euro mtl.

Für Pflegeleistungen in häuslicher Pflege gibt es bei der Pflegestufe 3: 1550 Euro mtl.

ABER NUR ZUR WEITERGABE AN AMBULANTE DIENSTE!

Familienangehörige erhalten bei 1: 235 Euro mtl., bei 2: 440 Euro mtl., bei 3: 700 Euro mtl.

Ambulante Dienste bieten in der Regel für 450 Euro eine halbe Stunde Pflegehilfe am Tag, 1 Stunde bei Pflegestufe 2, 2 Stunden bei Pflegestufe 3.

http://www.pflegestufe.info/pflege/betraege.html

In der Regel lassen sich die Pflegefirmen pro Stunde mit 25 Euro vergüten.

Wer ins Alten- oder Pflegeheim kommt, erhält auch dort Pflegegeld, welches direkt an das Altenheim abgeführt wird. Darum sind die Zahlen nicht sonderlich wichtig.

Die Restbeträge werden zunächst beim zu Pflegenden eingetrieben: Hausverkauf, Auflösung von Lebensversicherungen und Wertpapieren, Inanspruchnahme des Ehepartners und der Kinder. Erst danach springt das Sozialamt ein. Dies bedeutet ganz nüchtern: Wer zu wenig hat und auf Sozialleistungen angewiesen ist, ist Grundsicherungsempfänger. Seine Rente wird mit den sozialen Leistungen verrechnet.

Was passiert, wenn Angehörige die Pflege nicht mehr gewährleisten können? Das bißchen Ambulanter Dienst schafft keinen Ausgleich. Was passiert dem, der zum Grundsicherungsempfänger degradiert wird? Er bekommt zwischen 90 und 100 Euro Taschengeld. http://www.gutefrage.net/frage/wieviel-taschengeld-fuer-pflegeheimbewohner

"Aus dem Taschengeld müssen neben Hygieneartikeln jetzt auch Praxisgebühr, Zahnersatz, Fahrtkosten zum Arzt, die Brille und nicht verschreibungsfähige Medikamente bezahlt werden.” http://pflegen-online.de/kontakt/leserbriefe/altenheimbewohner-reform-taschengeld.htm

Welche Beträge für persönliche Aufwendungen, z.B. Telefon, Internet, Briefporto, Friseur, Kaffee trinken dann noch zur Verfügung stehen, mag sich jeder selbst ausrechnen. Ich kenne völlig verwahrloste Behinderte mit dicken Zahnlücken und in gammeliger Kleidung.

Fazit: Unser Sozialstaat ist kein Sozialstaat mehr.

Aus diesem Fazit heraus bleibt die Erkenntnis: Ehemalige Heimkinder, die der Staat und die Kirchen verbrochen und gebrochen haben, bleiben im Regen stehen, werden ein weiteres Mal im Stich gelassen.

Meine klare Forderung: Für ehemalige Heimkinder muss es zur Verwendung im Heim und in der Familie eine lebenslange Opferrente geben. Das ist der Staat, das sind die Länder, ihren Opfern schuldig und die Kirchen sind aufgerufen, dafür zu kämpfen.

Mir ist bewusst, dass meine Forderung wie Rauch im Wind verweht.

Heimkinder, Heimopfer, Altenheim, Pflegeheim, Evangelische Kirche, Katholische Kirche

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