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Abzocke unter ehemaligen Heimkindern

Posted on April 26 2015

Seit etwa 2011 erreichen mich wahre Horrormeldungen. Es geht um die scheinbare Hilfe für die Antragsteller auf die sogenannte Entschädigung (Ich nenne diese Art Entschädigung eine Unverschämtheit, Beleidigung und weitere Demütigung der Opfer unter Ausnutzung ihrer desolaten finanziellen Lage). Dabei scheint hemmungslos abkassiert zu werden.

In einem Fall geht es um einen glatten Hunderter; gehört habe ich auch von fünfzig und zuletzt von vierzig Euro. Dabei schrecken die Abzocker selbst vor Betrügereien nicht zurück. Irgendwo in diesem Lande hat sich eine Opfergruppe gegründet, dessen Vorstand und Mitgliederzahl wohl lediglich aus zwei Personen bestehen soll, wovon eine sich selbst als Opfer betrachtet. In einem anderen Fall gibt sich ein „Samariter“ als Vertreter eines Opfervereins aus und will quasi im Auftrage dieses Vereins Opfern gegen Bezahlung helfen.

Die Zeiten, in denen gemeinnützige Vereine noch Vertreter durch die Lande schicken, sind wohl entgültig vorbei. Selbst die Blindenanstalten, die ihre Korb- und Bürstenwaren über Vertreter im Hausverkauf loswurden, haben dieses Gebaren eingestellt, weil einfach zu viele Betrüger sich als Vertreter einer solchen Einrichtung ausgaben.

Ich bezeichne die Abzocke bei Heimopfern als äußerst unmoralisch. Unsere „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ kam nach kurzer Überlegung sogar zu der Meinung, dass selbst die Verwaltungskosten (Briefporto, Telefongebühren, Papier, etc.) nicht in Rechnung gestellt werden. Wer helfen will, tut dies mit Freude, solange diese Hilfe zu bewältigen ist und keine unübersehbaren Dimensionen überschreitet. Ein gemeinnütziger Verein, der über Spendeneingänge verfügt, bezahlt diese Kosten genau von diesem Geld.

Lediglich Anwälte hätten das Recht, ihre Kosten in Rechnung zu stellen. Und für diesen Fall gibt es die Möglichkeit, einen Beratungsschein und bei Bedürftigkeit die Übernahme der Anwaltsgebühren (Prozesskostenhilfe) bei Gericht zu beantragen. Allerdings: Lohnt sich der Aufwand für etwa 5.000 Euro?

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