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Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Manfred Kappeler

Posted on June 28 2015

Prof. Dr. Manfred Kappeler bekam gestern das Bundesverdienstkreuz verliehen. Damit wurde er für seinen Einsatz für die ehemaligen Heimkinder geehrt. Er ist nun der Dritte im Bunde derer, die sich um die Opfer der verschiedensten Heime in den Nachkriegsjahrzehnten in der Bundesrepublik verdient hat.

In der Mitte Professor Kappeler. Seine Bemühungen sind auch dokumentiert auf der Seite der "Freien Arbeitsgruppe JHH 2006":

http://gewalt-im-jhh.de/Schafer_-_Kappeler_und_sonstig/schafer_-_kappeler_und_sonstig.html

Links Peter Bringmann-Henselder, selbst ehemaliges Heimkind und engagiert in der Dokumentation der Aufarbeitung der Verbrechen in den verschiedensten Heimen.

Rechts Peter Wensierski, Spiegel-Journalist und Verfasser des Buches "Schläge im Namen des Herrn":

http://www.randomhouse.de/leseprobe/Schlaege-im-Namen-des-Herrn/leseprobe_9783442129744.pdf

Damit brachte Wensierski "den Stein ins Rollen".

Kommentar:

Ohne Zweifel: Alle drei Geehrten haben den Orden verdient. Wensierski hat den Skandal an die Öffentlichkeit gebracht.
Kappeler hat die Arbeit des „Runden Tisches Heimerziehung“ (RTH) aufmerksam begleitet und die dort von 2008 bis 2010 Agierenden entlarvt: Es wurde gelogen, es wurde betrogen, es wurden Fakten unterschlagen, es wurden willfähige und überforderte sogenannte Opfervertreter ausgesucht. Die gewissenlose Strippenzieherin war Antje Vollmer, die am RTH und in der Öffentlichkeit dokumentierte, dass es in Wirklichkeit nur um eins geht: Schadensbegrenzung. Alle Geldgeber bis hinunter zu den Heimleitungen verschanzen sich heute feige und schamlos hinter den Beschlüssen des RTH, die Kappeler kritisiert hat.
Henselder, selbst Opfer, hat in unermüdlichem Einsatz – oft auf eigene Kosten – die Kamera und Mikrofon draufgehalten. Er ließ Opfer und Tätervertreter zu Wort kommen.
Schade nur, dass sich die 3 Ausgezeichneten unter schlechter Gesellschaft befinden. Viele Gauner und Ganoven, Steuerbetrüger und korrupte Politiker haben ebenfalls bunt lackiertes Blech erhalten. Wensierski, Kappeler und Henselder hätten einen anderen Orden verdient oder aus den Händen des Bundespräsidenten empfangen müssen. Vielleicht hätte Gauck Worte gefunden, die diese 3 deutlich von den geehrten Gaunern und Ganoven abhebt.
Dierk Schaefers Blog
Einsatz für #Kinderrechte: Bundesverdienstkreuz an Wensierski, Kappeler und Bringmann-Henselder für ihre Arbeiten um die Probleme der ehemaligen Heimkinder.
Was ist davon zu halten?
  1. Wieso „die Probleme der ehemaligen Heimkinder“? Da ist der Fokus falsch gewählt. Es sind und bleiben die Probleme von Staat und Kirchen, die ihren Schutzbefohlenen Probleme bereitet haben, lebenslange Probleme. Nun sollen also die Opfer das Problem sein? Du Opfer, du! – Auch wenn es nicht so gemeint ist: Sprache ist verräterisch.
  2. Die Ordensausschüttung dürfte einen Schlusspunkt setzen. Orden sind Symbolpolitik und die säkulare Form von Seligsprechungen. Das haben die Kirchen mit ihrem Betroffenheitsgestammel und manchen liturgischen Übungen schneller hingekriegt. Die hinkende Trennung von Kirche und Staat[1] zeigt diesmal den Staat als Hinterherhinkenden. Doch diesem Gipfelergebnis für das Dreigestirn dürfte allenfalls noch eine Art Kehraus folgen: Die Entsorgung der Altlasten, lästige Stapel von Anträgen in den Anlaufstellen, vielleicht gibt es auch noch ein Toten-Bett-Hupferl für die ehemaligen Heimkinder in psychiatrischen Einrichtungen, damit sie es unter ihre Zunge legen können als Obulus für Charon[2].
  3. Genug gemäkelt: Der Orden wird immerhin tatsächlich verdienten Personen verliehen. Sie heben durch ihre Vorbildlichkeit beträchtlich das Durchschnitts-Niveau der Bundeskreuzler[3].
Der Altenpflegerin Brigitte Heinisch wurde das Bundesverdienstkreuz verwehrt.[4] Sie hätte es verdient gehabt. Doch sie sagte mir, sie hätte es nicht angenommen.
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Trennung_zwischen_Religion_und_Staat
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Charon
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_Bundesverdienstkreuz_%28Tatsachenroman%29
[4] https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/07/31/wurdiges-sterben/
https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/12/31/2243/
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Tagged with: Bringmann-Henselder, Bundesverdienstkreuz, heimkinder, Kappeler, Symbolpolitik, Wensierski
3 comments
« #Kinderrechte in psychiatrischen Einrichtungen – Waren die Ärzte selber psychisch krank?
Es geht nicht um die Kinder. »
https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/06/28/einsatz-fur-kinderrechte-bundesverdienstkreuz-an-wensierski-kappeler-und-bringmann-henselder-fur-ihre-arbeiten-um-die-probleme-der-ehemaligen-heimkinder/
Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Manfred Kappeler
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