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Hunde sind auch nur Menschen – Rindfleisch selbst getrocknet

Posted on February 1 2016

Hunde sind auch nur Menschen – Rindfleisch selbst getrocknet

Fräulein Leika:

Seit einigen Tagen schaut unsere Hündin Leika immer wieder sehnsuchtsvoll zu einem bestimmten Bücherregal. Ihr Blick haftet in der siebten Reihe. Ziel ihrer Begierde, ja, es ist schon Gier, sind zwei weiße Brötchentüten. Leika weiß ganz genau, was da drin ist. Sie kann den Inhalt nicht namentlich bestimmen, aber für sie fällt er unter den Begriff „Leckerli“. So sitzt sie oft stundenlang vor dem Regal, schaut hoch, schaut dann uns an und will uns damit sagen: „Versteht ihr mich denn gar nicht??“ Natürlich verstehen wir, aber „Leckerlis“ sind eben "Leckerlis" und sollen nur zu besonderen Gelegenheiten gereicht werden. Diese besondere Gelegenheit ist für sie jeden Tag und spätestens jeden Abend. Erst, wenn sie eines unserer Herzen erweicht und zwei bis drei "Leckerlis" aus der Tüte erobert hat, gibt sie langsam Ruhe.

Das Rindfleisch:

Kaufen Sie nicht den Mist aus den Supermärkten. Auch Hunde haben ein Anrecht auf Qualität. Und wer seine Kinder liebt und seinen eigenen Körper, kauft Bio-Fleisch. Es schmeckt auch besser. Es kostet aber auch mehr.

Aber es gilt: Mit jedem Euro, den Sie im Bio-Laden ausgeben, klauen Sie den Haltern der Zuchtfabriken drei Euro.

Ich persönlich kaufe im Bio-Laden eines Heimes für geistig behinderte Frauen. Damit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Wobei mit der zweiten Fliege nicht die armen Frauen gemeint sind, sondern die Arbeit an und mit ihnen.

Und so wird es gemacht:

Welches Rindfleisch Sie kaufen, ist eigentlich egal. Ob Schulter, Hüfte, Ober- oder Unterkeule, der Hund hat keine Wünsche, was die Rindfleisch-Anatomie betrifft. Hauptsache Fleisch. Kaufen Sie wenigstens ein Pfund, damit sich das Trocknen im Backofen lohnt. Zunächst muss das Fleisch eingefroren werden, damit es schneidbar ist. Glücklich kann sich der nennen, der eine Schneidemaschine hat. Aber auch ein Keramikmesser leistet hervorragende Dienste,

Vorzüge eines Keramikmessers:

Es ist super-scharf und kostet wenig Geld. Die Zeiten, als es in tausend Stücke zerbarst, wenn es zu Boden fiel, sind längst vorbei. Ein solches Messer, in der großen Ausführung, kostet um die 10 Euro. Ein gutes Edelstahlmesser wenigstens 4-5 mal mehr; es muss immer wieder geschliffen werden und auch das kostet Geld. Das Keramikmesser kann nicht geschliffen werden und die Schärfe hält nach Testberichten sehr viel länger als die eines Edelstahlmessers. Außerdem übersteht das Keramikmesser die Spülmaschine, während ein Edelstahlmesser dort stumpf wird.

Jetzt geht es los:

Welche Gerätschaften auch immer Sie benutzen: Nur eingefrorenes, bzw. angefrorenes Fleisch kann geschnitten werden. Für eingefrorenes Fleisch ist die Schneidemaschine die beste Option. Für das Keramikmesser angefrorenes Fleisch.

Faustregel: Je dünner die Scheiben, desto kürzer die Trockenzeit im Ofen. Mein Allesschneider für Brot und Wurst, schneidet locker 1 mm dünne Scheiben. Und das ist gut so, denn jetzt braucht mein Ofen bei 60°C nur etwa 4 Stunden zum Trocknen des Fleisches. Nehmen Sie dazu alle Ofengitter und Schalen, die Sie finden können und die passen. Legen Sie Scheibe neben Scheibe. Heizen Sie nicht vor; schieben Sie die Roste und Platten in den Ofen. Stellen Sie diesen auf Heißluft bzw. Umluft. Nehmen Sie einen Holzkochlöffel und klemmen Sie ihn mit dem Stiel zuerst zwischen Ofentür und Backofen, damit die feuchte Luft herausziehen kann. Etwa nach 3 ½ Stunden entnehmen Sie eine Scheibe Rindfleisch und probieren sie zu brechen. Wenn das Fleisch knackt, so, als ob Sie in ein frisches Brötchen beißen, ist es okay und haltbar. Wenn nicht, üben Sie sich in Geduld. 60°C gehen nicht hoch auf die Stromkosten :-).

Zu guter Letzt:

Als wir unserer Leika zum ersten Mal einen solchen Streifen, teuer im Tierhandel gekauft, vor die Nase hielten, lief sie auf den Hinterläufen rückwärts. Das machen wir natürlich nicht mehr, weil wir nicht wissen, ob es gesund ist. Und außerdem soll Leika kein Zirkushund werden.

Auch Sie sollten einmal eine Scheibe probieren – sofern Sie nicht Vegetarier sind – aber Sie sollten wissen: Da weder Salz noch Pfeffer dran sind, schmeckt das Leckerli für Hunde uns Menschen gar nicht :-).

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