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Wie lange muten Staat, Länder und Kirchen den Opfern weiteres Warten auf Opferhilfe zu?

Posted on March 20 2016

Freie Arbeitsgruppe JHH am 20. März 2016

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit,
Frauen und Familie
Freistaat Thüringen
Telefax: 03613798820

Stiftung zur Vergabe von Mitteln an behinderte und zwangsweise in die Psychiartrie eingewiesene Heimopfer - Ihr Zeichen: 23-6438/71-4-82308/2015


Sehr geehrte Frau Ministerin Werner,

nach Ihrem Schreiben vom Dezember 2015 ist inzwischen wieder ein viertel Jahr ins Land gegangen. Noch immer warten Opfer auf Mittel aus dem Stiftungsfonds. Weil immer mehr Opfer sterben, hat sich in unserer Gruppe die Vermutung gefestigt, dass eindeutig auf die „Biologische Lösung“ gesetzt wird, um die Zahl der Anspruchssteller zu verringern.

Nicht nur unsere Gruppe betrachtet es als einen Skandal, dass die Auszahlungsmodalitäten immer noch nicht geregelt sind. Wie lange muten Staat, Länder und Kirchen es den Opfern noch zu, wenigstens die ungerechte Summe von 9000,-€ zu beantragen? Ist es nicht eh schon ein Skandal, dass diese Gruppen gegenüber der aus dem Bereich der Erziehungshilfe eindeutig benachteiligt werden? Können die Verantwortlichen nicht nachvollziehen, dass insbesondere behinderte Opfer viel höhere Kosten aufbringen müssen, um mehr schlecht als recht ihren Lebensabend zu gestalten. Sie sind nämlich in den meisten Fällen auf Hilfe angewiesen. Um diese Kräfte bei Laune zu halten und möglicher Willkür nicht ausgesetzt zu sein, müssen Gelder gezahlt werden können, die ein gewisses Wohlwollen erzeugen.

Im Mai veranstaltet unsere „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ eine Pressekonferenz zum 10jährigen Bestehen der Gruppe. Dass diese Gruppe so lange existieren muss, ist ein Armutszeugnis für alle Institutionen, die angeblich den Opfern helfen wollen. Wir werden im Rahmen der Konferenz diese Skandalchronik auflisten.

Vielleicht gelingt es Ihrem Haus, dafür zu sorgen, dass wir endlich verkünden können, dass der Stiftungsfonds in Anspruch genommen werden kann.

Wie alle, so wird auch dieser Brief ins Internet gestellt.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Jacob

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