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„Eine ganz normale Kindheit“ - YouTube-Beitrag von Peter Henselder

Posted on March 8 2017

https://www.youtube.com/watch?v=nDvBgQVA7Us

Filmprojekt „Eine ganz normale Kindheit“
von Peter Bringmann-Henselder

Bringmann-Henselder zu seinem Video:

Veröffentlicht auf Youtube am 21.02.2017

„Den ehemaligen Heimkindern wurde oft großes und vielfaches Leid und Unrecht zugefügt. Ein Leid, das für Außenstehende kaum ermesslich ist, dass auch nicht rückgängig oder ungeschehen gemacht werden kann. Auch in der ehemaligen DDR haben viele Kinder und Jugendliche schweres Leid und Unrecht in den Heimen erfahren. Der Film „Eine ganz normale Kindheit“ macht einen betroffen, wie man diese Heimprobleme ausgeblendet hat, wie es jeder Einzelne und wie die Gesellschaft insgesamt dies ausgeblendet hat. Die Schilderungen der ehemaligen Heimkinder macht deutlich, wie wichtig es ist, dass diese traumatischen Folgen und Erfahrungen ernstgenommen werden müssen und den betroffenen Heimkindern aller Jahrgänge bei der Bewältigung und bei der Aufarbeitung geholfen werden muss.“

Gesamtlänge Video: 59:55

Teil 1: Heimkinder, Wissenschaftler und Politiker

Video 0:18

Einleitung Bringmann-Henselder:
Eingesperrt, geschlagen, missbraucht

„Hunderttausende Heimkinder durchlebten in der Bundesrepublik und in der ehemaligen DDR ein Martyrium in staatlichen und kirchlichen Einrichtungen. Durch Züchtigung und harte Arbeit sollten sie erzogen werden. Um ihre Leiden kümmerte sich niemand. 2009 wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages der Runde Tisch Heimerziehung eingerichtet. Es wurde daraufhin im Deutschen Bundestag das Bedauern für das Leid ehemaliger Heimkinder ausgesprochen. Im ersten Teil des Filmes reden wir erstmalig mit ehemaligen Heimkindern aus unterschiedlichen Kinderheimen über ihr Erlebtes. Wissenschaftler kommen zu Wort, die bereits seit Jahren die Zustände öffentlich gemacht haben. Politiker werden ihre Argumente äußern. Der Film endet hier und lässt jegliche Wertung offen.“

[…]

Video 34:08: 2. Was sagt der Wissenschaftler zu den Zuständen in  den damaligen und jetzigen Kinderheimen

Interviews Bringmann-Henselder [1]:

mit Prof. Dr. Manfred Kappeler [2] und Prof. Dr. Peter Büttner [3]

Bringmann-Henselder:

„Herr Professor Kappeler, Sie haben seit den 60er Jahren die Problematiken der Kinderheime im Auge gehabt. Sie haben auch sehr früh schon über die Zustände der Kinderheime berichtet. Wir haben in der Pressekonferenz vom Zwischenbericht vom Runden Tisch ehemaliger Heimkinder erfahren, dass die Frau Ruprecht gesagt hat, es wäre ihr seit 10 Jahren im öffentlichen Bewusstsein. Das bedeutet, dass es erst seit 2000 im öffentlichen Bewusstsein gewesen sein soll.

Stimmt diese Aussage?“

Video: 34:45

Prof. Dr. Manfred Kappeler:

„Die Aussage – sie kann gar nicht stimmen, weil es in den späten 60er Jahren in der westdeutschen Bundesrepublik eine Aktion gegeben hat, die später den Titel „Heimkampagne“ [6] bekommen hat, an der viele, viele Jugendliche und Kinder – teilweise auch die in den Heimen leben mussten – und Hunderte von Erziehern und Erzieherinnen, Pädagogen und Pädagoginnen beteiligt waren. Und diese Heimkampagne hat in den späten 60ern und Anfang der 70er Jahre die Zustände in den Heimen öffentlich gemacht. Es sind viele Berichte geschrieben worden, eine Reihe von Büchern sind publiziert worden, die teilweise hohe Auflagen hatten; z. B. hat das Buch von Ulrike Meinhof „Bambule“ [4] eine Auflage gehabt von über 70.000 Exemplaren. Das Buch „Gefesselte Jugend, Fürsorgeerziehung im Kapitalismus“ [5], an dem ich mitgearbeitet habe, hatte eine Auflage von 50.000 Exemplaren; Peter Brosch: „Fürsorge und Heimterror“, hatte eine Auflage von 80.000 Exemplaren.

 Also, es hat eine umfassende Information der Öffentlichkeit gegeben, und alle Menschen, die im sozialpädagogischen Bereich gearbeitet haben, die sind damals mit diesen Verhältnissen in den Heimen konfrontiert worden, sodass heute natürlich niemand sagen kann, man hätte von all dem gar nichts gewusst. 

Und ich muss noch dazu sagen: Auch schon in den 20er Jahren hat es Heimkampagnen gegeben, die dann erst von den Nationalsozialisten beendet worden sind. Auch schon damals haben Jugendliche und Pädagogen über die Verhältnisse in den Fürsorgeerziehungsheimen, in den Kinderheimen berichtet. Auch damals sind Bücher erschienen. Erwin Piscator, einer der bedeutendsten Theater-Regisseure in Deutschland, hat das Stück „Revolte im Erziehungshaus“ im Berliner Theater, an der Volksbühne inszeniert. Das war der Theatererfolg der Jahre 1931/32 in Berlin.

Das alles hat es gegeben, und nicht nur Frau Ruprecht, sondern [auch] viele Verantwortliche in der Jugendhilfe, in den Kirchen, in der Politik haben, als die ehemaligen Heimkinder mit ihrer Initiative begonnen haben, ungefähr im Jahre 2003 erstmal gesagt: „Davon haben wir nie was gewusst. Das konnten wir uns gar nicht vorstellen, dass es solche Verhältnisse in den Heimen gab.“ Aber – das können eigentlich nur Leute sagen, die nichts gesehen, nichts gehört haben; und das geht nur, wenn, wenn man sich die Augen zugehalten hat und die Ohren verschlossen hat.“

Video 37:35

Brinkmann-Henselder:

„Jetzt haben wir selber auch recherchiert, und gerade das Köllner Kinderheim, in dem ich selber drin war, hat sich ja zur Auflage gesetzt, und zwar der Orden, der dort tätig war (der katholische Schwesternorden) gewaltfreies Erziehen von Kindern. Das ist 1854 schon in einem Buch von der Gründerin des Ordens niedergeschrieben worden. Weiter haben wir an der Köllner Universität festgestellt, dass ein Professor 1927 schon eine komplette Ausarbeitung gemacht hat über diese gewaltfreien Erziehungsmethoden, die man an Kindern anwenden soll, besonders in solchen Einrichtungen. Ich hab immer wieder das Gefühl, man möchte das Thema gar nicht so sehr bearbeiten, sondern man verhält sich so wie nach dem 3. Reich, wo auch viele gesagt haben: „Wir haben von der Vergasung der Juden nichts gewusst.“

Video 38:34

Prof. Dr. Manfred Kappeler:

„Ja, das ist natürlich immer so, wenn es sich um Probleme handelt, die gesellschaftliche Ursache haben, an deren Verursachung viele große Institutionen beteiligt gewesen sind – die Kirchen zum Beispiel, aber auch die öffentliche Kinder- und Jugendhilfe – dass man nicht so gerne eine wirkliche Aufklärung möchte, weil die ja zum Vorschein bringen würde, dass man in katastrophaler Weise moralische Maßstäbe, aber auch Gesetze, die die Kinder und Jugendlichen schützen sollen – die es schon immer gegeben hat – verletzt hat, und das bedeutet, dass die Organisationen, die daran beteiligt waren, eben einen Image-Schaden befürchten, dass sie Angst davor haben, dass Entschädigungsforderungen auf sie zukommen. Und deswegen ist der erste Reflex immer: Die Organisation muss geschützt werden und nicht etwa: Die Aufklärung muss passieren, und die Opfer dieser Verhältnisse müssen zu ihrem Recht kommen und müssen rehabilitiert werden, sondern die Organisation muss geschützt werden. Das ist wie ein automatischer Reflex. Und diesem Gesichtspunkt wird alles andere untergeordnet. Und man kann das nur aufbrechen, indem es nachhaltige, kräftige Initiativen gibt und Kampagnen, die eine Öffentlichkeit herstellen, die dann die Organisation dazu zwingt, sich mit ihrer Geschichte zu befassen.“

Video 40:12

Brinkmann-Henselder:

„Jetzt heißt es in manchen Äußerungen der Verantwortlichen, das wäre nur in diesem einen Heim passiert, so wie bei Glückstadt, einer der Problem-Heime für schwer Erziehbare, ich nenne es jetzt mal extra so. Bei unseren Arbeiten zu diesem Film ist uns aufgefallen, dass das Heim eigentlich keine Rolle spielt, egal wo es steht. Es passieren in dem Heim im Grundprinzip immer wieder die gleichen Vorfälle, wie wir sie kennen, und wie wir sie jetzt auch in letzter Zeit – zum Beispiel Hasenburg oder den neuesten Fall, den wir haben – Fulda – wo die gleichen Sachen an Kindern wieder geschehen.“

Video 41:00

Prof. Dr. Manfred Kappeler:

„Das hängt ganz stark mit der Struktur dieser Einrichtungen zusammen. Wir haben in den 70er Jahren diesen Begriff der totalen Institution dafür genommen, der besagt, dass immer dann, wenn Menschen über 24 Stunden des Tages mit allen ihren Lebensbezügen in einer Einrichtung leben müssen,  die im Wesentlichen dafür Sorge trägt, dass die Einrichtung funktioniert. Dann werden die individuellen Belange, die Wünsche, die Bedürfnisse der Menschen, die dort leben müssen, missachtet, und die Kinder, die Jugendlichen – aber alte Menschen in Einrichtungen der Pflege ج die werden dem Prinzip der Organisation unterworfen – weil: Jedes eigene Bedürfnis, jede Eigenständigkeit, jede Individualität stört den reibungslosen Ablauf der Institution. Und deswegen werden alle diese individuellen Äußerungen bekämpft, und das führt zu einem Klima der Unterdrückung. Die Menschen werden zu Objekten, von Maßnahmen gemacht – und das passiert immer wieder, solange diese Einrichtungen so strukturiert sind, dass auf ihnen dieser Begriff der totalen Institution zutrifft, und das bedeutet auch immer, dass die Menschen,  die in solchen Einrichtungen leben, wenig Kontakt zur Umwelt,  zur Außenwelt haben; dass die Kinder, die Jugendlichen keine Möglichkeiten haben, sich zu beschweren; dass sie die meistens schon mit einem Stigma in diese Einrichtung hineingebracht werden, vor der Erfahrung stehen, dass man ihnen nicht glaubt, dass niemand ihre Beschwerden wirklich ernst nimmt: Und das ist leider auch bis heute so, dass die Bedingungen da noch längst nicht so sind, wie wir sie fordern und wie aus der Aufklärung der Heimgeschichte eigentlich schon längst in die Wege geleitet werden müssten.

Und das bedeutet natürlich, dass man ein ganzes System radikal umstellen müsste. Und da sind wir noch weit von entfernt. Man kann heute natürlich sagen: Was in den 60er und den 70er Jahren die Regel war, das ist heute nicht mehr die Regel. Also, ich würde sagen, in der Mehrheit der Einrichtungen für Kinder und Jugendliche der stationären Jugendhilfe (so wie man das heute nennt) hat man diese Probleme erkannt und bemüht sich nach Möglichkeiten zu suchen, dass sie nicht wieder in dieses Fahrwasser hineinschlittert.“

Video 43:37

Brinkmann-Henselder:

„Was kann man an den Strukturen der Heime ändern, dass solche Missstände auch heute nicht mehr passieren?“

Prof. Dr. Peter Büttner:

„Also – sicherlich: Einerseits muss die Qualitätskontrolle deutlich erhöht werden, viel stärker öfters Kontrolle der Einrichtungen. Wir haben die notwendigen Gesetze dafür eigentlich alle da, sie müssten nur umgesetzt werden. Wir haben mittlerweile eine Pflicht aller Einrichtungen, dass sie einmal im Jahr einen Qualitätsbericht schreiben müssen – der müsste viel stärker empirisch sein, er müsste viel offener sein, er müsste kontrolliert werden, was da drin steht. Also, man muss es nur umsetzen. Aber wissen sie, auch bei den Jugendämtern haben wir eine völlige Überforderung und auch in vielen Jugendämtern haben wir die Haltung, dass das nicht unser Auftrag ist – zu kontrollieren die Einrichtungen. Und sie haben ja heute die Debatte hier zwischen den Disziplinen gehört, wie viel Widerstände es da noch gibt, sich diesem neuen Trend der Überprüfung und der stärkeren Kontrolle zu öffnen.“

Video 44:31

Brinkmann-Henselder:

„Muss man die Kinder im Heim unterbringen oder nicht, oder wäre es sinnvoller und auch kostengünstiger, Fachleute den Eltern zu Verfügung zu stellen?“

Video 44:38

Prof. Dr. Peter Büttner:

„Also, das würde ich so nicht unterstreichen. Es gab sehr ernsthafte Versuche. Das eigentlich bestürzende Bedenkliche ist, dass trotz allem die Unterbringungszahlen im Prinzip im Großen und Ganzen die gleichen sind. Und das ist überlegenswert: Woran liegt denn da, das wir immer noch so viele Kinder in Heimen unterbringen müssen, wie vor der Zeit, als es die großen Hilfen nicht gab? Das ist ein eigenes Thema, und der andere Punkt ist der, dass natürlich in den Heimen selbst unglaubliche Veränderungen sind. Früher war es bis in die 70er Jahre große Kästen mit bis zu 100, 200 Kindern drin oder noch mehr. Heute gibt es das gar nicht mehr. Die Betriebserlaubnis wird nur noch für 30 ausgesprochen. Also, sie müssen schon auch zur Kenntnis nehmen, dass es sich viel getan hat. Das heißt nicht, dass wir damit zufrieden sind.“

45:24

Prof. Dr. Manfred Kappeler:

„Also, die sozialpädagogische Familienhilfe ist in der Bundesrepublik ein Regelangebot der Kinder- und Jugendhilfe – wird von den Jugendämtern finanziert. Und  diese sozialpädagogische Familienhilfe, die ist an der Technischen  Universität Berlin, an dem Institut, wo ich Professor war, in den 80er Jahren entwickelt worden, und hat eigentlich einen großen Erfolg  gehabt. Das  Problem ist, dass diese sozialpädagogische Familienhilfe sehr viel Geld kostet, dass in den letzten Jahren die Mittel dafür immer mehr gekürzt worden sind,  und  jetzt gibt es zum Beispiel Bestimmungen, die diese sozialpädagogische Familienhilfe auf bestimmte, relativ enge Zeiträume begrenzen. Die wird nur noch für eine bestimmte Frist finanziert und dann muss die Familienhelferin oder der Familienhelfer den Einsatz in dieser Familie beenden. Das ist ein Problem. Aber man muss natürlich auch sagen: Auch die sozialpädagogische Familienhilfe kann nicht in jedem Fall ein sehr schwieriges System in einer Familie, in der Kinder leiden, nicht regulieren, und auch nicht heilen. Und so wird es auch, wenn diese sozialpädagogische Familienhilfe in ausreichendem Maße gewährt wird und wenn die Helfer und Helferinnen qualifiziert sind, trotzdem immer wieder Kinder geben, die in diesen Familien nicht bleiben können.

Und dann gibt es noch den ganzen Bereich des Pflegekinderwesens, das ist dann die nächste Stufe. Das ist auch kein Heim, sondern das sind Pflegeeltern mit Pflegekindern. Auch das ist nicht so einfach – weil: Immer weniger Erwachsene sind heute bereit, solche Kinder in ihrer Familie aufzunehmen, Pflegekinder verlässlich und über längere Zeit zu begleiten und zu unterstützen. Die Jugendämter haben ganz große Probleme, geeignete erwachsene Eltern zu finden, die Kinder aufnehmen.Und so wird es immer weiter Heime geben müssen, die Kinder und Jugendliche aufnehmen. Daran werden wir nicht vorbeikommen. Die wird es immer geben. Die Frage ist: Wie sind die gestaltet? Also, meine These ist, und dafür sprechen auch alle empirischen Daten: Es wird immer die Notwendigkeit geben, Heime für Kinder und für Jugendliche zu haben. Aber klar ist: Das dürfen keine Masseneinrichtungen sein, das müssen kleine Einrichtungen sein, da  muss qualifiziertes Personal arbeiten, da  muss ein ganz klares System der Beschwerdemöglichkeit für Kinder und Jugendliche installiert werden, da müssen regelmäßige Kontrollen der Aufsichtsbehörden stattfinden. Das alles muss sein und ist noch längst nicht wirklich erreicht.“

Ende im Video, Teil 2: 48:23

[…]

Ende des gesamten Videos:  59:55

copy: pethens 2016

Anmerkungen:(von Wolfgang Möckel)

[1] Peter Bringmann-Henselder

Seit 1979 setzt sich der Berliner ehrenamtlich für die Belange von missbrauchten Heimkindern in den 50er und 60er Jahren ein und klärt über sexualisierte Gewalt in Familien, Heimen und kirchlichen Einrichtungen auf. Dafür wurde dem ehemaligen „ALEX“-Produzenten am 16. August 2012 von Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, in Berlin im Auftrag des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz überreicht.

http://old.alex-berlin.de/lesen/news/320

Website von Peter Bringmann-Henselder
https://hpd.de/node/13914

Verleihung des Bundesverdienstordens
https://www.youtube.com/watch?v=LZcqW1Wfmec&list=UUSzVwhxdRxRTwjBUfXBZQoQ&index=4&feature=plcp

[2] Professor Dr. Manfred Kappeler

Sozialpädagoge, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, emeritierter Professor für Sozialpädagogik an der TU Berlin (1989–2005) sowie Sachbuchautor.

[…]

Nach einer Ausbildung zum Bäcker und seiner Ausbildung an einer Fachschule für Sozialarbeit arbeitete er von 1960 bis 1968 als Pädagoge in der Heimerziehung. In den 1960er/70er Jahren beteiligte er sich an der Kritik der Heim- und Fürsorgeerziehung durch die Heimkampagne und an der Entwicklung von Alternativen zur Fürsorgeerziehung. Er war als Lehrer in Ausbildungs- und Studiengängen von Erziehern, kirchlichen sozialpädagogischen Fachkräften, Sozialarbeitern und Diplom-Erziehungswissenschaftlern und als Supervisor von pädagogischen Fachkräften in Heimen und Jugendwohngruppen tätig. Kappeler arbeitete in Bewährungshilfe der Offenen Jugendarbeit und Drogenarbeit.

[…]

Er unterstützt die Anliegen der ehemaligen Heimkinder in politischen und fachlichen Gremien, in den Medien und in der Fachöffentlichkeit und tritt in der Jugendhilfe für eine kompromisslose Anerkennung ihrer Vergangenheitsschuld ein, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der auch in Heimen vielfach ausgeübten sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.

https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Kappeler

Siehe auch

Vortrag im Rahmen der Ethik-Vorlesung an der Hochschule Esslingen (Fakultät Soziale Arbeit) am 27.5.2014 Anvertraut und ausgeliefert.  Statt Hilfe und Unterstützung erfuhren sie Unrecht und Leid – Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung der VierzigerSiebzigerjahre

https://www.hs-esslingen.de/fileadmin/medien/mitarbeiter/iweiser/Vortrag_kappeler_27.5.14.pdf

Siehe auch

Heimerziehung in der (alten) Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik – und was wir daraus lernen können – Eine Textcollage

von Prof. Dr. Manfred Kappeler

http://www.widersprueche-zeitschrift.de/IMG/pdf/Leseprobe_129__Kappeler.pdf

Siehe auch

Der Kampf ehemaliger Heimkinder um die Anerkennung des an ihnen begangenen Unrechts

von Prof. Dr. Manfred Kappeler

http://www.veh-ev.eu/Kappeler-Kampf_ehemaliger_Heimkinder__um_Anerkennung_2.pdf

[3] Professor Dr. Peter Buttner:

Lehrt an der Hochschule München in der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften.

Lehrgebiet (u.a.): Soziale Arbeit mit chronisch kranken und behinderten Menschen / Sozialmedizin.

http://www.sw.hm.edu/die_fakultaet/personen/professoren/buttner/index.de.html
http://www.sw.hm.edu/projekte_und_forschung/arbeiten/buttner.de.html

[4] Bambule: Fürsorge – Sorge für wen?

Buch/Drehbuch von Ulrike Marie Meinhof

Als Fernsehfilm von der ARD vierundzwanzig Jahre lang unterdrückt, als Buch längst zum Klassiker geworden. Wer wissen will, welche Erziehungsvorstellungen noch Ende der sechziger Jahre herrschten, sollte Bambule lesen. Das Thema ist aktuell wie je: Wie geht die Gesellschaft mit Randgruppen um, wie erzieht der Staat diejenigen, deren Fürsorge ihm übertragen wurde? Ulrike Meinhof hatte sich als Journalistin in langen Recherchen ein Bild über die Lage der Mädchen in Erziehungsheimen gemacht. In der Geschichte von Irene beschreibt sie den Alltag zwischen Hof, Schlafraum, Wäscheraum und „Bunker“, die Repressalien der Erzieher und die Befreiungsversuche der Mädchen, die „Bambule“ machen, weil sie leben wollen und nicht bloß sich fügen.

„Hat man bedacht, dass Mitglieder der Gruppe um Ulrike Meinhof praktische Sozialarbeit getan haben und Einblick in die Verhältnisse genommen, die möglicherweise zu ihrer Kriegserklärung geführt haben? Schließlich gibt es ein Buch: Bambule. Lesenswert, aufschlussreich.“ Heinrich Böll

https://www.wagenbach.de/buecher/titel/194-bambule.html

Der Film kritisiert die autoritären Methoden der Heimerziehung (Fürsorgeerziehung) in einem Mädchenheim. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einer Revolte der Heiminsassinnen gegen die unterdrückenden Strukturen. Die Handlung des Films wird oft auch als Parabel auf die gesellschaftlichen Zustände der Zeit verstanden, denen eine neue, verschärfte Form des Klassenkampfes entgegengesetzt werden müsse.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bambule_(Fernsehspiel)

https://www.youtube.com/watch?v=Lss8rxjjXIM

[5] Gefesselte Jugend

Ideologie und Praxis in der Heimerziehung. In: Autorenkollektiv: Gefesselte Jugend – Fürsorgeerziehung im Kapitalismus. 1. Aufl. Edition Suhrkamp, Frankfurt am Main 1971.

https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Kappeler

[6] Heimkampagne

Von der Heimkampagne zur Initiative des Vereins ehemaliger Heimkinder, Buch von Prof. Dr. Manfred Kappeler       

http://sowiport.gesis.org/search/id/fis-bildung-836613

Siehe auch: „Das blinde Auge des Staates – Die Heimkampagne von 1969 und die Forderungen der ehemaligen Heimkinder“, darin besonders Seite 60

https://books.google.de/books?id=gG4GiqpJ7K0C&pg=PA90&lpg=PA90&dq=heimkampagne+kappeler&source=bl&ots=Vk3yUdd_1E&sig=iISDzXelIgVFvJ7rjGzi-DxGyuw&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiKifaT8qnSAhULKMAKHZ0cAbMQ6AEIMTAD - v=onepage&q=heimkampagne%20kappeler&f=fa

Vielleicht auch interessant für die HP der „Freien Arbeitsgruppe JHH 2006“ (Bücher anderer Autoren):

Buch von Prof. Dr. Manfred Kappeler:

Anvertraut und ausgeliefert. Sexuelle Gewalt in pädagogischen Einrichtungen. Nicolai Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89479-626-6.

https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Kappeler

Jürgen Eilert:

Psychologie der Menschenrechte

Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945–1973)

https://books.google.de/books?id=goBOSdQVEM4C&pg=PA30&lpg=PA30&dq=heimkampagne+kappeler&source=bl&ots=oUk3qX_n4l&sig=slshsbVTzosrc-O0yZxYNgYAG20&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiKifaT8qnSAhULKMAKHZ0cAbMQ6AEIUzAI - v=onepage&q=heimkampagne%20kappeler&f=fa

Weitere Informationen zum Thema im Buch von Bringmann-Henselder:

https://www.youtube.com/watch?v=OCBSerFRVwo

Top-TV-Sendung 2010

„Gewalt in der Körperbehindertenhilfe Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein von 1947 bis 1967“

Interview Peter Brinkman-Henselder mit Dr. Ulrike Winkler

Video auf Youtube, veröffentlicht am 10.11.2016, Gesamtzeit: 19:33

Die Debatte um die GEWALT in Behinderten-Heimen der frühen Bundesrepublik zieht immer weitere Kreise. Jetzt erst (2016) wird durch den Bundestag an der Aufarbeitung der Zustände in den Einrichtungen der Körperbehinderten Heimen gearbeitet.

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